Die Entwicklung des sportlichen Angebots im Verein

Bevor sich das sportliche Profil unseres Vereines in seiner heutigen Form gefestigt hatte, gab es in den Anfangsjahren eine Vielzahl von Ansätzen zur Gründung neuer Sektionen (Der Begriff „Sektion“ wurde nach der Wende durch die „Sparte“ ersetzt). Dabei ist es bei einigen Sportarten über die anfängliche Euphorie leider nicht hinausgegangen und es kam gar nicht erst zur Gründung. Ebenso hatte der Wellmitzer Sportverein Sportgruppen, die im Laufe der Zeit wieder aufgelöst wurden. Bevor in den nächsten Abschnitten auf die einzelnen tatsächlich gebildeten Sektionen und deren Geschichte näher eingegangen wird, soll hier noch einmal ein zusammenfassender Überblick vermittelt werden.

Gegründet wurde der Sportverein durch fußballbegeisterte Spieler. Die heutige Sparte Fußball besteht seit der Vereinsgründung und ist heute mit fast 200 aktiven und passiven Mitgliedern und 11 am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften die stärkste des Vereins. Noch im gleichen Jahr wurde eine Frauen-Handballmannschaft gegründet, die unter der Leitung von Alfred Birkhold von 1950 bis 1960 große Erfolge im damals noch üblichen Großfeldhandball verbuchen konnte. Anfang der 60er Jahre kam jedoch in zunehmendem Maße der attraktivere Hallenhandball auf. Da Wellmitz dafür jedoch nicht die erforderlichen materiellen Voraussetzungen (sprich: Sporthalle) hatte, der regelmäßige Spielbetrieb nicht mehr gesichert war und damit das Interesse des Nachwuchses nachließ, wurde die Sektion Handball Anfang der 60er Jahre aufgelöst.

Ebenfalls schon im Jahr 1948 wurde in der Gaststätte „Zur Eisenbahn“ Tischtennis gespielt. Hier kam es aber gar nicht erst zu einer Teilnahme am Spielbetrieb oder zu einer Bildung einer Sektion. Gleiches gilt für die Leichtathleten unseres Vereins. So trainierten zwar stets einige Interessierte, um für die Wettkämpfe im Kreismaßstab gerüstet zu sein, konnten sich aber letztendlich auch nicht zur Bildung einer eigenen Sportgruppe innerhalb des Vereins zusammenfinden.

In den frühen 60er Jahren kam es zur Bildung der Sektion Pferdesport. In den 70er Jahren formierten sich Gruppen im Kegeln und im Billard sowie 1982 eine Frauen-Gymnastikgruppe. Alle diese letztgenannten Sportgruppen bildeten in den folgenden Jahren eigene Sektionen unter dem Dach des Sportvereins und bestehen bis heute.

Eine Allgemeine Sportgruppe, die sich ausschließlich aus Mitarbeitern des Volksgutes zusammensetzte und vorrangig im Rahmen ihres Arbeitskollektives in Ratzdorf kegelte und eine Sektion Gewichtheben gibt es heute leider nicht mehr. Dabei begann das Training der Sektion Gewichtheben nach dessen Gründung im September 1974 im damaligen Sportraum der POS Wellmitz sehr vielversprechend. So erhielt diese Sektion sehr gute Unterstützung bei ihrem Aufbau durch die BSG Stahl Eisenhüttenstadt. Mit dem Oberschüler Frank Hundt wurde der erste Übungsleiter zur Verfügung gestellt und materielle Unterstützung gegeben innerhalb kurzer Zeit fanden sich 15 Begeisterte Anhänger dieser schwer gewichtigen Sportart, unter ihnen Klaus-Peter Kowski, Burkhard Möbis, Udo Jeschke und Gerald Woitschack. Doch leider wurde der Übungsbetrieb ca. 1 Jahr später wiedereingestellt. Der Übungsleiter wurde zur Armee einberufen (Ersatz für ihn fand sich nicht) und fehlende Wettkämpfe ließen die Begeisterung merklich sinken.

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Das Engagement des gesamten Sportvereins war in all den Jahren seines Bestehens weniger auf das Vollbringen von sportlichen Höchstleistungen und den Leistungssport gerichtet, sondern vielmehr auf den Breitensport ausgerichtet. Ein vielseitiges, den Möglichkeiten und Interessen der Wellmitzer und Ratzdorfer Einwohner angepasstes Sportangebotstand immer im Vordergrund – aus heutiger Sicht die Basis dafür, dass sich der SV Wellmitz nicht nur über die Zeit der Wende gerettet hat, sondern heute gerade im Nachwuchssport im südöstlichen Teil des Landkreises Oder-Spree eine führende Rolle spielt.

Als zeitgeschichtliches Dokument für gute Zusammenarbeit zwischen Sportverein und Gemeinderat sowie die hohe Wertschätzung, die unserem Verein für seine Arbeit entgegengebracht wurde, sollen folgende gekürzte Auszüge aus dem Jahresbericht des Bürgermeisters über die Entwicklung des Sports vor dem Gemeinderat vom 28.10.1966 und eine Rede des damaligen Vorsitzenden des Sportvereins, Kurt Kutschke, dokumentieren.